Steingeschichtete Mühsal
Wurzel vieler Generationen
vertraut und doch fremd
bröckelndes Tuffsteingemäuer
salpetriger Wundbrand schmerzt
das Haus
Fachwerkgestrebe moosig morsch
unbestechliche Zeitzeugen
Speicher beherbergen Regenfäule
schweigend schwebt Leere überm
Hof
Parzellenflicken einst der Garten
ein alter Kirschbaum nur der Rest
gelbe Saat am Uhufelsen
Orchideen Vogelsang
steil der
Weg hinauf zum Jamisch
muschelkalkig karges Land
jede Flur ruft ihren Namen
Kirschberg Moosgau Schneidewand
blinde Fenster spiegeln
Träume
Verflossenes ohne Wiederkehr
neue Zeit in alten Mauern
die Erinnerung verblaßt
Wetterhähne kräh´n von Dächern
ein Ende ist
auch Neubeginn
Heimkehr
(für Heidi)
Abgetrennt
durch rote Sicheln
was fest verbunden
mit dem Stamm
welker Ast
droht einzutrocknen
bleibt feuchte Erde
ihm versagt
in fremdem Boden
schlagen Wurzeln
Zweige treiben
neues Grün
übern Schössling
schwebt der Adler
Äste wachsen
werden Baum
ausgehöhlt morsch
der alte Stamm
dem einst
die Sichel schmerzte
zum Adler fliegt
das letzte Laub
es ächzt
die Trauerweide
Trauerweide
Raureifkristalle glitzern
in rissigen Furchen verrödeter Äcker
vergänglicher Glanz
letztes Licht
am Saum dunkler Wälder
umhüllt vom Nebel
schliert davon
Jahresringe im Windbruchholz
Ästen und Wurzeln beraubt
von Fäulnis zerfressen
tragen Klagen
krächzender Häher
über die Zeit
Jahresringe